ARV Kliniken

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Antiretrovirale Therapie (ART) wird eingesetzt, um den Verlauf von HIV unter Kontrolle zu bringen und es ist bewiesen, dass dadurch die Sterblichkeitsrate von Aids und die Übertragung des Virus auf andere Personen deutlich zurückgegangen ist. HOPE Cape Town war eine der ersten Organisationen in Südafrika, die ART Behandlungen für Kinder zur Verfügung stellte, bis die Regierung die finanziellen Mittel dafür selber aufbringen konnte. Heutzutage bietet Südafrika ein umfangreiches ART Programm für Kinder und Erwachsene an. HOPE Cape Town unterstützt diese Kliniken durch die Bereitstellung von Personal wie Gesundheitsarbeitern und Ärzte sowie Mitarbeitertraining und andere benötigte Hilfsmitteln.

 

Antiretrovirale Therapie für Kinder und Erwachsene

HOPE Cape Town war eine der ersten privaten Organisationen, die eine ART-Behandlung für Kinder und Erwachsene in Südafrika finanzierte und auch selber begleitete. Familien aus Deutschland finanzierten die Behandlung eines Kindes für ein Jahr. HOPE Cape Town stellte auch eine Teilzeitärztin ein, die die Behandlung an den Patienten durchführte.

 

Anfang 2002 war die ART-Behandlung sehr teuer und HOPE Cape Town musste sicherstellen, dass die Kinder, die den meisten Nutzen davon trugen, die gesponserten Behandlungen bekamen. Kriterien für die Auswahl von Patienten mussten erstellt werden; für das Management von HOPE Cape Town eine jeweils sehr schwierige Entscheidung. Aufgrund der Verzögerung in der Anschaffung der Medikamente, wurden leider viele Kinder zu schwach, um deren Nebenwirkungen zu überleben. Auch hatten manche Eltern Schwierigkeiten damit, ihren Kindern eine Behandlung zu verabreichen, in einer Zeit wo das Stigma von HIV noch gegenwärtiger war. HOPE Cape Town hat für die Patienten gesorgt, bis der Staat fähig war ART-Behandlungen anzubieten. Insgesamt konnten 38 Patienten mit gesponserten ART Behandlungen im Zeitraum von 2003 – 2007 versorgt werden. Im Dezember 2007 wurden alle Patienten zu staatliche Klinikprogramme transferiert.

 

Seit Beginn dieses Projektes wurden mit dem Einverständnis der Patienten die relevanten medizinischen Daten gesammelt und KIDCRU, der Forschungsstation für Infektionskrankheiten im Tygerberg Kinderkrankenhaus, zur Auswertung zur Verfügung gestellt. Die Forschungsergebnisse von KIDCRU waren für die Entwicklung des Behandlungsplanes der Landesregierung von großer Bedeutung. Ende 2007 wurde dieses Projekt beendet. Seitdem richtet HOPE Cape Town in Absprache mit dem Bundesland Westkap das Augenmerk auf die Einnahmetreue sowie die Frage von Nebeneffekten dieser Therapie, da die Landesregierung für diese Aufgaben nicht das nötig Personal zur Verfügung stellen kann. Gleichzeitig werden HOPE Cape Town Ärzte in Schwerpunktkliniken für die weitere Behandlung eingesetzt.

 

Eine antiretrovirale Behandlung - Hoffnung für die Zukunft

HOPE Cape Town versteht sich als eine Organisation, die Lücken im staatlichen südafrikanischen Gesundheitssystem füllt und so sicherstellt, dass alles getan wird, um die Gesundheit der Patienten zu gewährleisten. In diesem Sinne unterstützen die Ärzte von HOPE Cape Town auch heute noch regelmäßig die Arbeit anderer Ärzte und Abteilungen im Tygerberg-Kinderkrankenhaus und in den Townships und kümmern sich dabei um Patienten, die eine besondere Behandlung benötigen.

 

Antiretrovirale Behandlung wird seit 2004 durch die Regierung kostenlos in den Township-Kliniken zur Verfügung gestellt. Die Anzahl der Patienten, die mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden, hat sich stark erhöht und es gibt auch eine erfreuliche Erhöhung bei der Anzahl der Kinder, die sich in antiretroviraler Behandlung befinden - von 17 % in 2009 auf 63 % in 2018* (*UNAIDS Daten).

 

Seit 2002 beschäftigt HOPE Cape Town Gesundheitsarbeiter, bildet diese aus und setzt sie als Teil des Klinikteams in Township-Kliniken ein und unterstützt damit das unterbesetzte und überarbeitete Personal in den Township-Kliniken. Die Arbeit der Gesundheitsarbeiter in den Kliniken umfasst neben der Beratung und Betreuung von HIV-positiven Menschen und der Anregung zu freiwilligen HIV-Tests auch die Aufklärung über die Mutter-Kind-Übertragung des Virus und Möglichkeiten zu deren Vorbeugung. Außerdem überwachen die Gesundheitsarbeiter die korrekte Einnahme von antiretroviralen Medikamenten der Patienten in Behandlung und beraten in wichtigen „Nebensachen“ wie Ernährung und Hygiene. Weitere Aufgabenfelder umfassen unter anderem infektiöse und opportunistische Krankheiten von HIV und AIDS wie z.B. TB, Gynäkologie und Prä-Natal Medizin, Immunisierung, Familienplanung und Rehabilitation. Die Behandlung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen ist komplizierter und benötigt mehr Zeit als bei Erwachsenen, weswegen auch ein gutes Zusammenspiel von Gesundheitsarbeitern und den ARV-Ärzten nötig ist.

 

Klinische Arbeit in Townships

In Zusammenarbeit mit der Kinder-Abteilung für Infektionskrankheiten des Tygerberg Hospitals bietet HOPE Cape Town medizinische Betreuung für HIV-positive Kinder in der Township-Hauptklinik in Delft an. Unsere Ärzte sehen dort an einem Freitagmorgen 25-30 Kinder von insgesamt ca. 220 HIV-positiven Kindern unter 15 Jahren, die in dieser Klinik betreut werden.

 

Die Verantwortungsbereiche der HOPE Doktoren in den Township-Kliniken:

  • Bestätigung der Diagnose von überwiesenen Kindern und die Beurteilung der Eignung für ARV-Behandlung
  • Routinemäßige Nachfolgeuntersuchungen bei Kindern, die sich noch nicht auf ARVs befinden
  • Beratung von Eltern und Kindern bezüglich HIV und ARVs und sicherstellen, dass die Eltern/Erziehungsberechtigten das Management einer lebenslangen Therapie und möglichen Nebeneffekten richtig verstanden haben
  • Start der ARV-Behandlung bei Kindern
  • Routinemäßige Nachfolgeuntersuchungen bei Kindern mit HIV, inklusive des Managements der ARV Therapie, Überwachung von Nebenwirkungen, Überwachung des Blutbilds, Anpassen der Medikation
  • Management von Resistenztests, sowohl in Delft als auch für Doktoren in anderen Einrichtungen
  • Abstimmung mit der Ergotherapeutin zur Beurteilung der geistigen und körperlichen Entwicklung und ev. schulischer Hilfestellung
  • Die Bekanntgabe des HIV Status gegenüber Kindern, unter Zuhilfenahme von Bildern und angemessenen Erklärungen
  • Ausbildung der Gesundheitsarbeiter vor Ort, sodass diese bei der Nachverfolgung von Kindern, die nicht zu den vereinbarten Klinikbesuchen erschienen sind, assistieren können; Hausbesuche und telefonische Nachverfolgung der Patienten veranlassen
  • Die HOPE Ärzte sind auch an Forschungsprojekten beteiligt; eines der jetzt laufenden Forschungsprojekte untersuchte welche Auswirkungen die gezielte Betreuung von Gesundheitsarbeitern in den Townships auf das virologische Versagen von HIV positiven Kindern hat

 

Leistung für Jugendliche

HOPE Cape Town glaubt an die Notwendigkeit eines jugendfreundlichen Services für Teenager. Ein HIV-positiver Jugendlicher zu sein, bedeutet, sich einer Menge von psychosozialen Herausforderungen stellen zu müssen, welche die Einhaltung der ARV- Behandlung sowie die mentale und körperliche Gesundheit beeinflussen.

 

Mit der Unterstützung des jeweiligen Klinikpersonals führt HOPE Cape Town einen „Teen Club“ in Delft und eine Jugend-Klinik in Delft und Symphony Way. Durch die Behandlungsmöglichkeit an Freitagnachmittagen können klinisch stabile Jugendliche betreut werden, ohne in der Schule zu fehlen.

 

Die Jugend-Klinik hat an junge Menschen angepasste Klinikzeiten und ist für Patienten von 15 – 24 Jahren. Sie wird an Donnerstagnachmittagen gehalten, um Wartezeiten zu verkürzen. Von besonderer Wichtigkeit ist es, dass die Jugendlichen in konstanter Verbindung mit ihren Ärzten stehen, um Vertrauen zu entwickeln und das Verständnis zwischen Arzt und Patienten zu verbessern. Dies ist besonders wichtig für Jugendliche, die damit Schwierigkeiten haben, ihre Probleme in einem kurzen Beratungsgespräch zu teilen. Unsere HOPE Cape Town Ärztin sieht 6 – 10 Jugendliche an jedem Donnerstagnachmittag und hat wirklich Zeit für jeden einzelnen Patienten.